Projekt „Sicherheit im Schülerverkehr"

 


Schulbustraining

 

 

*Projekt-Titel: Projekt "Sicherheit im Schülerverkehr". Angebot des Verbunds und des Landkreises an alle Schulen zur Durchführung einer Busschule.

 

*Zielgruppe (Klasse, Lehrer, Eltern, Busfahrer): Mit diesem Projekt "Sicherheit im Schülerverkehr" wollen wir hauptsächlich die Schüler und Jugendlichen der 5. Klassen weiterführender Schulen, die Sonderschüler der 1. und 5. Klassen, sowie die Grundschüler der 1. Klassen ansprechen, mit dem Ziel, den Schülern das Thema "Busfahren" näher zu bringen. Sollten auch andere Klassenstufen an dem Projekt Interesse haben, können diese leider nur berücksichtigt werden, wenn in den einzelnen Schülergruppen zur Auffüllung der maximalen Gruppengröße noch Plätze frei sind. Sowohl in einem theoretischen Unterricht als auch in der Buspraxis sollen  die Schüler erleben, wie das Busfahren funktioniert, welche Gefahren es gibt und wie man Stresssituationen vermeiden kann. In 2012 fand erstmals die VSB-Busschule auch an einer Sonderschule für körperbehinderte Schüler statt, da in verstärktem Maße die Tendenz besteht, Schüler mit Handicap in den Regelschulbetrieb zu integrieren.

 

*Einrichtung/Unternehmen/Organisation (Kurzbeschreibung):
In enger Zusammenarbeit mit den Verkehrsunternehmen des Verkehrsverbundes Schwarzwald-Baar (VSB) führt das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis das Projekt "Sicherheit im Schülerverkehr" seit 2008 durch. Kern ist die Erhöhung der Sicherheit  bei Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Es sollen Schülern und Jugendlichen Hilfsmittel und Inhalte für einen sicheren Umgang mit dem Öffentlichen Personennahverkehr im täglichen Leben vermittelt werden. Ergänzend zur VSB-Busschule wird den Schülern der ersten Klassenstufen der Grundschulen und der weiterführenden Schulen im Schwarzwald-Baar-Kreis die Möglichkeit gegeben, im Schuljahresanfangsmonat September den Schulweg mit Hilfe einer erwachsenen Person ab 18 Jahren  (Eltern, Großeltern, Geschwister usw.) zu erlernen. Hierfür gibt es eine gratis "Schulweg-Schnupperkarte für die Begleitperson". Die "Schulweg-Schnupperkarte für Begleitpersonen" wird ausschließlich an die Schulen ausgegeben, die am Projekt VSB-Busschule teilnehmen. Die Schulweg-Schnupperkarte wird über die Schulen in Form eines kostenlosen Gutscheins an die betroffenen Schüler für die Begleitperson ausgegeben. Der Gutschein ist für eine erwachsene Person gültig. Auf dem Gutschein ist von der Begleitperson der Vor- und Zuname und das Datum des Tages einzutragen, an dem die Person mit dem Schüler den Schulweg üben möchte. Zusätzlich ist der Gutschein auch am darauffolgenden Tag gültig. Der Gutschein gilt an diesen beiden Tagen unabhängig von den Tarifzonen und ohne Zeitbeschränkung als VSB-TagesTicket für das gesamte VSB-Tarifgebiet. Der Gutschein gilt als Fahrschein und muss vom Fahrgast mitgeführt werden.

 

*Ort(e) der Projektdurchführung / Verbreitungsgebiet:
Aufgrund der großen Nachfrage wird die VSB-Busschule ab 2013 für alle Schulen im Schwarzwald-Baar-Kreis mit einer Kostenbeteiligung in Höhe von 2,00 € pro teilnehmenden Schüler angeboten. Der theoretische Schulungsteil wird in den Klassenräumen  durchgeführt, der praktische Teil erfolgt im Bus und an einer Bushaltestelle.

 

*Inhalte:
Der Bus ist nachweislich eines der sichersten Verkehrsmittel. Unfallstatistiken belegen, dass bei keiner Art der Fortbewegung auf dem Schulweg weniger Unfälle als beim Busfahren passieren - nicht einmal  beim Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Aber diese hohe Sicherheit hängt zu wesentlichen Teilen auch vom richtigen Verhalten der Schüler an den Haltestellen und in den Bussen ab. Und dieses Verhalten kann man erlernen. Der VSB bietet deshalb mit Unterstützung des Landkreises bereits seit einigen Jahren den Schulen ein Schulbustraining an. Die Schüler sollen sowohl im theoretischen Unterricht als auch in der Buspraxis erleben, wie Busfahren funktioniert, welche Gefahren es gibt und wie man Stresssituationen vermeiden kann. Von der VSB-Busschule profitieren nicht nur die Schüler, sondern sie bringt allen Beteiligten einen Gewinn: der Schule, den Lehrern, den Eltern, dem Busunternehmen und den Busfahrern. Man redet miteinander, spricht aktuelle Probleme vor Ort an, diskutiert Wünsche und Verbesserungsvorschläge. Dadurch wird das Konfliktpotenzial rund um das Schulbusfahren deutlich gesenkt und die Akzeptanz und das gegenseitige Verständnis erhöht.  Eine hohe Sicherheit und eine große Zufriedenheit aller Beteiligten erhöhen insgesamt die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs. Die Schüler von heute sind die Kunden des ÖPNV von morgen.  Das Ziel des Verbundes und des Landkreises ist es deshalb,  das für die Schulen attraktive Angebot weiter auszubauen und möglichst an vielen Schulen mit Fahrschülern im Schwarzwald-Baar-Kreis präsent zu sein. Mit einer externen Busschultrainerin konnte der VSB eine Fachfrau als Trainerin gewinnen, die selbst aus einem Busbetrieb stammt und sowohl als Mutter eines schulpflichtigen Kindes als auch durch ihre Tätigkeit beim Busunternehmerverband über ein sehr großes Fachwissen verfügt. Durch die langjährige Erfahrung mit der Busschule hat sie sowohl für die Sorgen und Nöte der Schüler, der Eltern und Lehrer als auch der Busfahrer und Busunternehmer sehr sensibel gemacht.

 

*Durchführung:

Durchführung der Busschule:  in den Herbstmonaten
Gruppengröße für eine Schulung: 1 Klasse (max. 30 Schüler).
Dauer einer Schulung: 2 Schulstunden á 45 Min.
Kosten: 2,00 € pro teilnehmenden Schüler
Aufwand der Schule: Bereitstellung des Klassenzimmers und einer Aufsichtsperson

 

Theorie im Klassenzimmer (eine Schulstunde)
Im Mittelpunkt steht die Diskussion mit den Schülern: Was stört Euch am Schulbusfahren? Welche Gefahrensituationen entstehen auf dem Schulweg? Wie lese ich richtig einen Fahrplan? Wie errechne ich den richtigen Tarifpreis? Welche Verbesserungen können alle Beteiligten einbringen? Ein Bus wiegt bis zu 18 Tonnen und fährt bis zu 100 km/h. Im Vergleich ist ein Mensch klein und schwach. Diese ungleiche und damit für den Menschen gefährliche Kraftverteilung wird anhand von Fallbeispielen dargestellt. Dabei wird in Rollenspielen der Alltag nacherlebt und es werden Lösungsansätze erarbeitet. Dabei fließen viele Informationen z.B. zum Arbeitsalltag eines Busfahrers (Verantwortung für die Sicherheit aller Fahrgäste; Stress durch Verkehr/Zeitdruck/ Lärm), zum Thema Vandalismus (Wer putzt den Bus? Was passiert, wenn man beim Zerstören erwischt wird? Wer bezahlt das Ganze?) und natürlich zu den "10 goldenen Schulbusregeln" mit ein.

 

Praxis an der Haltestelle und im Bus (eine Schulstunde)
Im Praxisteil steht das richtige Verhalten an der Bushaltestelle beim Ein- und Aussteigen und im Bus im Vordergrund. Die Schüler lernen, dass die Haltebucht frei bleiben muss, dass Drängeln lebensgefährlich sein kann und vor allem beim Einsteigen kostbare Zeit kostet. Der tote Winkel wird erläutert und die Schüler erleben das "Ausscheren" des Busses hautnah und erfahren, dass ein Bus eigentlich nie überfüllt sein kann, wenn jeder sich an die Regeln hält. Höhepunkt ist die kurze Rundfahrt mit dem Bus, bei der die Schüler eine Vollbremsung erleben. (Keine Sorge, die Kinder werden vorgewarnt und wir achten darauf, dass alle richtig sitzen, sich festhalten und dass das Gepäck verstaut ist). Außerdem werden die Sicherheitseinrichtungen im Bus (Notausgänge, Nothammer, Sicherheitsglas, Feuerlöscher, Türöffner) erklärt und teilweise auch ausprobiert.


*Medien: Tafel

 

Weitere Informationen zu den Themen:

Die 10 goldenen Busschulregeln
VSB-Busschulinformationszettel

Notfallausrüstung der Verkehrsmittel
Richtiges Verhalten für die sichere Fahrt